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aktualisiert am Samstag, 14. Oktober 2017

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St. Bonifatius
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Interessantes aus dem Mittelalter
Da die Moerser Grafen evangelisch waren, wurde die Ausübung des katholischen Glaubens in Moers verboten." - Das ist nach  Informationen des früheren kath. Schulpfarrers Wilfrid Schulze nicht ganz richtig. Die restlichen Katholiken - meistens handelte es sich um Dienstpersonal - durfte sonntags / feiertags die nächste kath. Kirche aufsuchen. Die befanden sich allerdings in Uerdingen und in Rheinberg, so dass bei den calvinistischen Herrschaften sonntags / feiertags schon mal die Küche kalt blieb, weil das Dienstpersonal die langen Wege zu Fuß bewältigen musste.  (Beitrag von Thomas Nolte)

Spurensuche: Die älteste Moerser Kirche
Moers. Mit Staunen verfolgten die Moerser die Funde, die bei der Restaurierung der Moerser Stadtkirche gemacht wurden. Kaum beachtet wurde dagegen bislang die Spurensuche nach den Fundamenten des ersten Moerser Gotteshauses. Von Jürgen Stock

Es ist ein unwirtlicher Dezembertag an einem unwirtlichen Ort. Udo Pieper zieht den Mantelkragen höher. Vor ihm die mit Grafitti verschmierte Kapelle an der Rheinberger Straße, neben der das Schlosstheater einen Bauwagen abgestellt hat.

Zu Füßen des Vorsitzenden des Grafschafter Museums- und Geschichtsvereins breitet sich ein Meer von teils dicht in den schlammigen Boden getretenen Kronkorken aus – Hinterlassenschaften von Zechern, die sich bei besserem Wetter häufig in dem kleinen Park treffen.

Für Pieper ist das nicht nur ein Ärgernis, weil es fürs Saufen geeignetere Orte gibt als einen ehemaligen Friedhof. "Die Kronkorken erschweren auch die Untersuchung des Untergrunds", klagt der 69-Jährige. Und dieser Grund hat es in sich: Das Areal an der Rheinberger Straße beherbergt nicht nur die Gräber der meisten Mitglieder des Moerser Fürstenhauses, sondern auch die Fundamente der Bonifatiuskirche, des ersten Moerser Gotteshauses.

Es sei reiner Zufall, dass Wissenschaftler der Universität Köln just zu dem Zeitpunkt ihre geophysikalischen Untersuchungen im Umfeld der Kapelle an der Rheinberger Straße aufnahmen, da Bauarbeiter bei Restaurierungsarbeiten in der Moerser Stadtkirche eine Gruft freilegten, in der Mitglieder des Moerser Grafengeschlechts bestattet worden waren. "Die eigentliche Begräbnisstätte für das Moerser Fürstenhaus war jedoch die Bonifatiuskirche an der Rheinberger Straße", sagt Pieper. Auf sie verweist auch der Name "Kirchstraße", die früher durch das Kirchtor von der Moerser Innenstadt zur alten Stadtkirche führte.

Wie alt aber ist die älteste Moerser Kirche? Eine letztgültige Beantwortung der Frage war bislang nicht möglich, weil die entsprechenden Dokumente bei zwei Bränden in den Jahren 1552 und 1599 verloren gingen. Pieper und andere Heimatforscher gehen jedoch davon aus, dass die Ursprünge der Bonifatiuskirche auf das elfte, möglicherweise sogar auf das zehnte Jahrhundert zurückgehen.

Pieper verweist auf eine Tuschezeichnung, der ein Original aus dem 16. Jahrundert zugrunde lag. Auf der Zeichnung sind deutlich die Umrisse des Turms der alten Bonifatiuskirche zu sehen. Die ringsumliegende Siedlung trägt die Bezeichnung "Buytendorp", also Außendorf. Von diesem Außendorf ist nichts mehr erhalten geblieben, es muss irgendwann von seinen Bewohnern vollständig verlassen worden sein. Pieper vermutet, dass die Bewohner in die Befestigungsanlagen rings um das Moerser Schloss gezogen waren, weil sie sich dort mehr Schutz versprachen.

erste-Bonifatiuskirche-in-Moers

FOTO Archiv Viersen aus RP vom 24.12.2012

Nach dieser Deutung wäre das "Buytendorp" also die eigentliche Keimzelle der Stadt Moers, die ihre Stadtrechte erst im Jahr 1300 erhielt. Möglicherweise hatten sich die ersten Moerser dort niedergelassen, weil damals im Westen der Kapelle ungefähr im Lauf des heutigen Moersbaches ein Rheinarm lag. Auch der Name "Landwehr" für eine östlich der Siedlung verlaufene Straße deutet darauf hin, dass möglicherweise Sicherheitsaspekte für die Lagewahl des "Buytendorps" eine Rolle gespielt hatte. Erst das Wachsen der Moerser Mauern muss die Siedler dann bewogen haben, ihre Häuser aufzugeben, um sich an einem sichereren Ort niederzulassen.

Quellen belegen jedenfalls, dass die Moerser eine Zeit lang zwei Kirchen besaßen: die "alte Kirche vor dem Tor" (Bonifatiuskirche) und die heutige Moerser Stadtkirche, die bis 1448 eine bloße Kapelle des dortigen Karmeliterklosters war. Erstmals urkundlich erwähnt wurde die Kapelle 1303. Vor der Moerser Stadtkirche lagern gegenwärtig einige Pfeilerreste, die möglicherweise noch aus jener Zeit stammen.

Das Ende für die Bonifatiuskirche kam mit dem Einmarsch der Spanier. 1586 rissen sie nach der Besetzung von Moers die Kirche ab, wahrscheinlich weil sie bei einem erwarteten Angriff der oranischen Truppen dem Feind Einblick in die Befestigungsanlagen ermöglicht hätte. Teil des Schutts der Bonifatiuskirche sollen später zum Ausbau der Stadtkirche verwendet worden sein.

Heute ist von der ersten Moerser Kirche oberirdisch nichts mehr übrig geblieben. Die Kapelle an der Rheinberger Straße wurde erst 1803 in Erinnerung an den ersten Kirchenbau errichtet. Aufschlüsse über den Vorgänger gibt das Kapellchen nicht.

Die sollten die jüngsten Bodenuntersuchungen der Kölner Wissenschaftler liefern. Finanziert wird das Projekt mit einer privaten Spende des Moersers Johannes Müller. Neben den Kronkorken erschwerte auch noch Schlacke die Analysen. Immerhin erbrachten fünf geoelektrische Messungen Hinweise auf Fundamentreste, die bis auf einen halben Meter mit den Annahmen übereinstimmten, die Historiker angenommen hatte. Demnach standen Chor und Turm im Westen der Anlage. "Die Größe der Kirche und die Höhe des Turms dürfte ungefähr mit der Rheinberger Kirche übereinstimmen", sagt Pieper. Die sei ein damals häufig am Niederrhein gebauter Typ gewesen.

Pieper hofft, dass weitere Untersuchungen der Kölner Wissenschaftler genauere Lagebestimmungen der Fundamente ermöglichen. "Denn dann könnte man mit einer Punktbohrung Gesteinsproben entnehmen. Dann wüsste man genau, wie alt die älteste Moerser Kirche wirklich ist."

Quelle: RP/rl vom 24.12.2012